GLUTENUNVERTRÄGLICHKEIT UND ZÖLIAKIE

Es ist ein grober Irrtum zu glauben, das Gluten mache uns krank. Das würde bedeuten, dass wir gar keine Brotgetreide essen dürften - also Weizen, Dinkel, Roggen, Emmer, Einkorn, Kamut, Gerste, Hafer, Triticale und Grünkern.

 

Es haben sich aber die Menschen über Jahrtausende vom Getreide ernährt. Vor ca. 10.000 Jahren begannen die Menschen samentragende Gräser zu kultivieren, woraus das "Getreide" entstand. Getreide ist die wichtigste Nahrungsgrundlage, da es fast alles enthält, was wir zur Ernährung brauchen. Seit Tausenden von Jahren wird Brot gebacken. Nie gab es daraus gesundheitliche Probleme. Seit ca. 50 Jahren werden wir dick vom Brot, seit ca. 10 Jahren oder weniger werden wir krank vom Gluten? Wie kommt das?

 

Das was seit dem Industriezeitalter anders ist, ist einerseits, dass das Getreide geschält wird und die wichtigen Vitalstoffe (Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Enzyme, ungesättigte Fettsäuren, Aromastoffe und Faserstoffe) mit der Schale und mit dem Keim entfernt werden. Diese sind aber zur Verwertung und zum vollständigen Abbau des Zuckers, in den die Stärke im Zuge der Verdauung umgewandelt wird, unbedingt notwendig.

 

Es geht also darum, wieder naturbelassenes GANZES Getreide - also VOLLKORN zu essen und nicht entwertetes Mehl aus dem Stärkekern des Getreides, das in unserem Organismus ein Vitalstoffdefizit verursacht. Achtung bei "Vollkornmehl" im Handel.

 

Dieses Vitalstoffdefizit wird noch verstärkt durch den Fabrikzucker. Auch der ist ein isoliertes Kohlenhydrat, das sämtlicher Vitalstoffe, die einmal in der Zuckerrübe oder im Zuckerrohr enthalten waren, entbehrt.

 

Da sogenannte Auszugsmehle ein Hauptbestandteil der Nahrung der meisten Menschen sind, häufig ergänzt durch Fabrikzucker, der nicht nur in Süßspeisen, sondern in vielen industriell hergestellten Nahrungsmitteln enthalten ist, leiden all diese Menschen unter einem Vitalstoffmangel.

 

VITALSTOFFMANGEL macht krank.

 

Andererseits muss die industrielle Broterzeugung heutzutage schnell gehen. Dies geht auf Kosten der Bekömmlichkeit des Brotes. Früher dauerte das Herstellen von Brot 2-3 Tage (eventuell sogar länger) - dies heißt in der Bäckersprache "lange Teigführung". Einzelne Bäcker stellen ihr Brot heute noch nach diesem Verfahren her. Diese muss man aber leider suchen wie die "Nadel im Heuhaufen". Kaum ein Bäcker und schon gar nicht die großen Industriebetriebe können dem Teig die Zeit geben, die er braucht, um die geschmackgebenden Milchsäurebakterien und ensprechenden Enzyme für die Bekömmlichkeit zu entwickeln. Für den fehlenden Geschmack und die schnelle Gärung in kurzer Zeit wird mit Chemie nachgeholfen.

 

ZÖLIAKIE

Tatsächlich ist das Verdauungssystem mancher Menschen durch die industriell entwertete Nahrung bereits so geschädigt, dass sie das im Getreide enthaltene Gluten (Klebereiweiß) nicht mehr verdauen können. Dieser Schaden - Zöliakie genannt - ist aber nicht durch das Gluten entstanden, sondern durch den Vitalstoffmangel, den vitalstoffarme Ernährung in unserem Organismus verursacht.

 

Da unser Organismus stets auf Heilung ausgerichtet ist, ist auch dieser Schaden kein unabdingbares Schicksal. Der geschädigte Dünndarm kann sich durch anfangs Vermeidung glutenhaltiger Getreidesorten und Umstellung auf VITALSTOFFREICHE VOLLWERTKOST wieder regenerieren, sodass später auch Brotgetreide wieder gegessen werden kann.

 

Vitalstoffreiche "Pseudogetreide", die von Zöliakie-Erkrankten Menschen gegessen werden können, sind Hirse, Buchweizen, Reis, Mais, Amaranth und Quinoa. Sie enthalten kein Klebereiweiß (Gluten), sind aber daher allein auch nicht backfähig. Brot kann aber mithilfe eines speziellen Mais-Backferments daraus hergestellt werden.

 

Abgeraten sei unbedingt von glutenfreiem Mehl aus ursprünglich glutenhaltigen Getreidesorten (z.B. Dinkel), das im Handel erhältlich ist. Denn dieses kann nur über starke industrielle Verarbeitung entstehen, die die Vitalstoffe zerstört.

 

Im Übrigen ist der Vitalstoffmangel die Hauptursache ALLER heutigen ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten.

 

80% aller Krankheiten sind ernährungsbedingt!